Einführung

Bei Morbus Scheuermann handelt es sich um eine Erkrankung, die häufig bei Jugendlichen auftritt und sich durch eine konvexe Krümmung der Wirbelsäule äußert. Diese Deformität betrifft mindestens drei benachbarte Wirbelkörper betreffen, welche jeweils einen sogenannten Keilwirbelwinkel von mehr als 58° aufweisen. Die Ursachen für Morbus Scheuermann sind bis heute noch nicht vollständig geklärt. Sehr häufig treten bei dieser Erkrankung Veränderungen an der Brustwirbelsäule auf, seltener sind Veränderungen der Lendenwirbelsäule und des Übergangs der Brustwirbelsäule zur Lendenwirbelsäule. Optisch kann die Krankheit beispielsweise an einem voranschreitenden Rundrücken erkannt werden.

Welche Folgen kann Morbus Scheuermann haben?

Je mehr die Scheuermann Krankheit voranschreitet, desto häufiger treten zusätzlich auch Rückenschmerzen auf, welche nicht nur den deformierten Bereich der Wirbelsäule betreffen, sondern auch der veränderten Bereiche. Prinzipiell ist die Prognose für Morbus Scheuermann mittlerweile gut. Je nach Ausmaß der Deformation unterscheiden sich auch die Symptome. Weitere Folgen dieser Erkrankung sind möglicherweise Bewegungseinschränkungen der betroffenen Stellen der Wirbelsäule oder sogar Funktionsstörungen in den benachbarten Wirbelsäulenabschnitten.

Handlungsbedarf bei Scheuermann

Ferner kann Morbus Scheuermann auch in Kombination mit Skoliose oder Spondylolysen auftreten.
Sollten mit der Erkrankung neurologische Defizite einhergehen, besteht unbedingt medizinischer Handlungsbedarf. Als Behandlungsverfahren gibt es bei Morbus Scheuermann konservative und operative Methoden. Während die konservativen Behandlungsmethoden unter anderem Medikamente, Krankengymnastik und das Tragen eines Korsetts umfassen, sind operative Maßnahmen eher selten und unterscheiden sich je nach Ausmaß und Alter der Deformität. Je nach Operationsverfahren können Korrekturen zwischen 20 und 40° vorgenommen werden. Da die operative Aufrichtung mit einigen Risiken verbunden ist, sollte sie nur in speziellen medizinischen Zentren durchgeführt werden. Mögliche Komplikationen sind neurologische Schäden, Querschnittslähmung, persistierende Rückenschmerzen usw.

Wann tritt die Erkrankung für gewöhnlich auf?

In der Regel tritt die Scheuermann Krankheit in der späten Kindheit auf. Von dieser Erkrankung sind ungefähr 1 bis 8 Prozent der Bevölkerung betroffen, wobei Jungs viel häufiger als Mädchen erkranken. Die ersten Anzeichen für Morbus Scheuermann können sich bereits im Alter von 8 bis 12 Jahren äußern. In diesem Stadium kann allerdings radiologisch noch keine nachweisbare Veränderung gefunden werden. Das Voranschreiten der Krankheit geschieht für gewöhnlich zwischen 12 und 16 Jahren. In dieser Phase kann es zu starken radiologischen Veränderungen kommen.

Eindeutige radiologisch erkennbare Charakteristika für Morbus Scheuermann, die immer vollständig vorhanden sein müssen, sind: die keilförmige Deformierung der Wirbelkörper um mehr als 58°, eine Verkleinerung der Zwischenwirbelräume, eine erkennbare Unruhe in Grund und Deckplatten der Wirbelkörper, sogenannte Schmorl-Knötchen sowie Ossifikationsstörungen in den ventralen Randleisten.

Morbus Scheuermann frühzeitig erkennen

Insgesamt betrachtet wird Morbus Scheuermann zu den Entwicklungsstörungen von Knochen und Knorpel gezählt. Ferner spricht viel dafür, dass es sich um eine vererbbare Erkrankung handelt. Darüber hinaus sind diejenigen, die an einer generellen Reifeverzögerung des gesamten Skelettsystems leiden, eher von Morbus Scheuermann betroffen. Des Weiteren haben Experten festgestellt, dass man bei bestimmten Hochleistungssportlern auch Wirbelsäulenveränderungen, die der Krankheit sehr ähneln, auftreten.

Andere Aspekte, die Morbus Scheuermann verursachen können, sind Fehlernährung oder endokrine Faktoren. Falls bei Ihnen oder ihrem Kind erkennbare Veränderungen der Wirbelsäule während der Wachstumsphase auftreten, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Dort wird der Arzt mithilfe einer Untersuchung feststellen können, ob es sich um Morbus Scheuermann handelt oder nicht. In jedem Fall ist es von Vorteil dieser Erkrankung frühzeitig zu erkennen, um sie Scheuermann effektiv zu therapieren, so dass der Betroffen nicht mit Schmerzen oder andere Folgeerscheinungen leben muss.

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